Auf der Nordseite des Hochschwabs zur Salza hin gibt es seit ein paar Jahren (2014) eine neue Alpinkletterroute auf die ich vor zwei Jahren gestoßen bin. Die Fotos der Route und die Topo haben mich nicht mehr losgelassen und es hat zwei Jahre „Vorbereitung“ gebraucht bis es endlich soweit gekommen ist, dass Ben und ich im Einstieg gestanden und die acht Seillängen hinauf sind.
Aber von Anfang an: Die Tour verspricht feinste Alpinkletterei zum Selbstsichern, in bestem griffigen und wasserzerfressen (nona bei dem Namen) Hochschwabfels im herrlichen Ambiente und beeindruckender und einsamer Landschaft. Wir starten am Vortag in Graz, wir wollen wieder einen entspannten Klettertag, der dann mit einem frischen Heissgetränk vom Kaffeefetischisten Ben beginnt, der überhaupt das gesamte mobile Catering für die Tour bereitstellt. Dazu gibt es frisches Gemüse der Grazer Biobäurinnen und herzhafte Käsebrote mit süssem Senf. Hier eine klare Kaufempfehlung für das Bauschkraft-Catering ;-)
Der Zustieg hinauf ins Weittal ist eine Wanderung von gut eineinhalb Stunden, der schnelle Bergführer Chris scheint hier ein wenig getrödelt zu haben, sonst ist er nämlich deutlich schneller als wir. Der Jäger-Steig ist mit guten Auge immer gut zu finden und zum Teil recht steil und gewährt schöne und überraschene Ausblicke und veränderte Natursituationen. Wir haben oben natürlich eine weitere Kaffeepause gemacht und sind dann gut ausgerüstet mit ca. 12 Friends, 10 Klemmkeile, 10 – 2 Expressschlingen, 10 Bandschlingen, 2 Windjacken, 2 Brote und 1,5 Liter Wasser zum leicht zu findenden EInstieg.
Die ersten Länge sind wie die ganze Tour gut zu finden und wir kommen immer zu markanten und gut wiederzufindenden Plätzen im Fels. Behm und Gross können Topos zeichnen, die einen den Weg durch den Fels führen.
Die Standplätze sind im unteren Teil selbst zu sichern. Insgesamt finden sich in der gesamten Tour 15 Bohr- und Klebehacken und nur ein einziger ist unnötig, finden wir. Gibt es natürliche Sicherungsmöglichkeiten werden diese genützt und das auch an den Ständen. Einzig die steileren Kletterstellen und Wasserrillen, wo sich keine offensichtlichen Sanduhren, Ritzen für Friends und Klemmkeile oder Felsköpferl befinden, sind mit soliden Borhacken ausgerüstet.
Die Tour ist nie wirklich ernst und so ist das alpine Klettern ein Genuss. Die Aus- und Umblicke sind beeindruckend und wir geniessen jeden Klettermeter in vollen Zügen. Die steile Wandstelle in der siebenten Seillänge ist die einzige, die einen beherzten Zug fordert, der mir ein wenig in meiner angeknacksten Rippe sticht. Alles andere ist Plaisirklettern in sehr rauem Fels ohne viel Kraft. Ben vergräbt sich immer wieder in beeindruckenden Wasserrillen und tankt in ihnen Kraft. Nach dreieinhalb Stunden setzen wir uns am Ausstieg auf eine „Almwiese“ und jausnen. Dann geht es in durch das schottrige Kar rutschigen Abfahrten über die Geröllfelder hinunter zum Einstieg. Dabei schrecke ich und er mich, einen Berghasen, der plötzlch unter meinen Füssen aus einem Loch springt und in eiligem Zickzack den Berghang hinunterhoppelt.
Nach etwas mehr als zwei Stunden sind wir wieder untern und zurück geht es nach Graz und Weiz.
Danke Ben für die feine Tour, die wir mit einer eindeutigen Plaisir-Kletter-Empfehlung bewerten können.
Die Fotos sind von Ben!
Die Topo und weitere Informationen zur Tour finden sich im Internen Bereich und im Anhang.
Danke Christian für die sehr gelungene Berichterstattung!
Wichtig ist es mir noch festzuhalten, dass wir diese Route wohl am liebsten schon gemacht hätten „als es sie noch gar nicht gab“…

Ganesh (der Bus) im Salzatal

Christian freut sich über die Daunenjacke und auf das bevorstehende Abenteuer

Zustieg durch einsame und wilde Landschaft

Herrlich

Fleißige Ameisen

Eindrahta touda Bam

Beeindruckender Kessel des Weittals! Im Linken Bereich verläuft die „Wasserfraß“.

Coffetime again

Frischer Bohnenkaffee

Tiefblick zu den toten Bäumen (und zu Christian)

Feinster Fels

Ben taucht in die Wassrrille und atmet ein

Zerfessen und kompakt

Christian im „weißen Kraftfels“

Ben mit Antenne

Connected

Lustiger Abstieg ;-)

Wasserrillenklettergarten ohne Haken und mit langem Zustieg
Hilfreiche Beschreibung der einzelnen Seillängen
Vielleicht im nächsten Jahr auf den Hochgang auf der rechten Seite des Weittals…
