Wenn es warm ist müssen wir halt höher hinauf …
Deshalb haben wir uns für Kals entschieden. Das Lucknerhaus liegt auf 1920 Meter und von dort starten wir zur Trinklwinklalm. Auf der Tour hinauf zum Weissen Knoten fehlt ein Grabenhatscher. Es geht gleich steil hinauf und erst als der Blick zum Weissen Knoten hinauf aufgeht wird der Almboden sanfter und flacher. Weit geht es nicht gemütlich dahin, denn der Gipfelhang ist schnell da. Die 450 Meter hinauf sind durchzogen von kleineren Triebschneeinseln. Der Wind hier oben pfeift schon ordentlich und die durchziehenden Wolken dämpfen noch die Sonne. Am Gipfel empfängt uns der Wind richtig schneidig und der herrliche Rundum-Blick geht auf. Der Plan nach Norden abzufahren fällt der ausgeprägten Triebschneesituation zum Opfer. Der steile Hang hinunter Richtung Salmhütte wäre eine herrliche Abfahrt. Bei solchen Bedingungen allerdings entscheiden wir uns für die Fahrt hinunter in den Talboden und steigen von dort zur Glorerhütte auf. Dann fahren wir die sanften Hänge hinunter Richtung Salmhütte und setzen die Tour auf den Schwertkopf auf die Liste für 2021. Die unglaubliche achthundert Meter lange und durchgehende 40 Grad steile Gipfelflanke ist einfach zu verlockend und liegt direkt vor uns. Aber für die Tour braucht es sichere Verhältnisse und am besten Firn! überhaupt ist es landschafltich einfach atemberaubend. Gegen halb zwei zeigt sich der Glockner das erste Mal ohne Wolkenhaube und rundherum steht ein Berggipfel neben dem anderen. Der Wind pfeift nach wie vor und wir genießen den Tag im Schnee auf einer Höhe die wir von zuhause nicht kennen. Zurück zur Glorerhütte geht es über die Aufstiegsspur und oben queren wir noch weit in den mittlerweile „aufgefirnten“ Hängen des weissen Knotens. Deutlich besser fährt sich der Schmulz (Schmelz und Sulz) als der windgepresste Schnee von vor ein paar Stunden. Weiter unten wird der Schnee immer tiefer und wärmer. Rundherum sind die ersten Gleitschneerutschen zu sehen. Aus den östlichen Felswänden sind bis zur Aufsteigsspur zur Stüdlhütte etliche Nassschneelawinen abgegangen. Die Wärme zeigt ihre Spuren.
Insgesamt ein herrlicher Skitouren-Tag in einem eindrucksvollen Ambiente und mit fast allem, was es an Schnee so gibt. Sieben Stunden draußen in der der Sonne unter immer blauer werdenden Himmel und insgesamt fast 1700 Höhenmeter Aufstieg und Abfahrt.




























Die Fotos von dir sind genial Ben! Hast die Stimmung richtig gut erwischt und die Schneedetails sind unbeschreiblich! DANKE