2023_01_10-12 Planneralm

Nach einigem Hin und Her und emotionalen Auf und Abs nach dem Tod von Pepsch bin ich mit Marie-Theres zur gemeinsamen Entscheidung gekommen, doch zur Ausbildung auf die Planneralm zu fahren. Aufgrund einiger krankheitsbedingter Absagen, habe ich dann auch ein Einzelzimmer bekommen und so ginges Sonntagmittag auf der Planneralm los.

Bei den ersten Ausbildungstagen für den Skitoureninstruktor wirken die äußeren Umstände nicht gerade einladend. Es liegt kaum Schnee, im Kessel ist zumindest genug Schnee zum Touren gehen, die Latschen sind fast unüberwindbare Hindernisse und einzig die frei geschlagenen Wanderwege bieten ein Fortkommen. Die Rücken sind abgeblasen und auf den Südseiten grünt es. Der Wetterbericht bis Donnerstag prognostiziert viel Wolken, Wind und ein wenig Schnee. Wie sich aber sehr schnell herausstellt, sind das auch ideale Bedingungen, um viel in der Praxis zu lernen.

Am Sonntag pfeift der Wind über die Berge. Nach einer Theorieeinheit geht die erste kleine Tour zum Kothüttensee für die LVSuche-Übung ist ein volles Übungsfeld in Bezug auf Spuranlage, Wetterkunde, Schneekunde und Orientierung. Für Verschüttungstiefen ab etwa einem Meter lerne ich ein neues System der Feinsuche kennen. Am Abend gibt es nochmal Theorie und dieser Rhythmus begleitet uns die nächsten Tage. Frühstück, Theorieblock, eine kleine Skitour mit Übungsschwerpunkten und abends zweimal Theorie mit einem Abendessen dazwischen.

Am Montag geht es zum Thema Spuranlage, 4 Takt Kehren uns Spitzkehren im dichten Nebel und Schneetreiben hinauf zur Jochspitze. Wir verlassen die ausgetretenen Wege und suchen uns durch steiles, herausforderndes und latschendurchwachsenen Gelände bis wir schliesslich die gut 35 Grad steile Rinne zum GIpfel hinaufsteigen. Bei der Abfahrt beschäftigen wir uns das erst Mal mit dem Abfahrtsmanagment in der Gruppe und den dazu gehörenden Sicherheits- und Orientierungsaspekten. Die Schneehöhe ist nach wie vor nicht berauschend. Trotzdem macht es Spass. Wir schauen noch bei der Wetterstation vorbei und hinterlassen unsere Spuren.

Am Dienstag ist Orientierungstag und wir gehen nach einer Theorieeinheit zum Thema Kartenlesen und Navigation hinaus in den dichten Nebel und ins Schneetreiben. Am Aufstieg zum großen Rotbühl suchen wir einige markante Punkte anhand von Höhenlinien und Kartensymbolen. Im steileren Gelände stoßen wir, wie in den letzten Tagen, wieder auf jede Menge Lawinenzeichen, von Altschneeproblem bis zum frischen Triebschnee der letzten Stunden und wieder zeigt uns Gerald wie Schneebretter und Wechten ausgelöst werden könnten, wenn eine alle Voraussetzungen da wären, was heute nicht ganz der Fall ist. Am Gipfel ist es wieder stürmisch und die Sicht geht gegen null. Dafür genießen wir weiter unter die erste Pulverschneeabfahrt auf den unpräparierten Pisten des Rotbühel-Lifts.

Der Mittwoch steht und dem Einfluss des besser werdenden Wetters und der Lawinenkunden mit der Schneeanalyse. Arno vom Lawinendienst Steiermark begleitet uns zuerst wieder theoretisch und dann ins Gelände. Dort graben wir mehrere Schneeprofile und lernen diese interpretieren. Insgesamt sind in den letzten Tagen auf der Planneralm etwa 30 bsi 50 Zentimeter Schnee gefallen. Der Triebschnee liegt teilweise auf eine Schwachschicht aus kantigen Kristallen und teilweise auf einer Lockerschneeschicht. Beides ist aber kaum störanfällig und schwer auslösbar, was wir beim kleinen Blocktest und beim ETC-Test feststellen. Südseitig sind derzeit kaum Schwachschichten in der Schneedecke, die gut verfestigt ist. Dort liegt teilweise zwar Triebschnee (gebundener Schnee) auf der Altschneedecke, der aber, durch das fehlen einer Schwachschicht meist unproblematisch ist.

vor 3 Jahren

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