Am vierten Tag unsere Hochtourentage wollen wir über die Zufallspitze und den Monte Cevedale auf die italienische Seite zum Refuggio Pizzin wechseln. Mit vollem Rucksack starten wir zeitiger als sonst von der Martellerhütte. Nach dem Frühstück um halb sechs stehen wir kurz nach sechs in der Kälte und ziehen los. Wegen der variablen Wetterprognosen sind wir noch unschlüssig, ob wir die Sicherheitsvariante über die Casatihütte oder den Weg über die Gipfel nehmen. Eine französische Tourengruppe vor uns steigt Richtung Cevedale auf, der Himmel ist blauer als gedacht und so folgen wir den Spuren in den Fürkeleferner hinauf. Die doch recht schweren Rucksäcke und vor allem die klirrende Kälte und der steige leichte Wind zehren an unseren Kräften. Auf 3550 Meter Seehohe schnallen wir die Skier für einige Höhenmeter auf den Rücken und steigen den Fürkelegrat zur Zufallspitze hinauf. Die französicher Gruppe ist direkt von der Scharte zur Branca Hütte abgefahren. Wir spuren wieder mit den Skiern an den Füßen hinauf zur Scharte zwischen Cevedale und Zufallspitze. Es hat gut zwanzig Zentimeter Neuschnee und im steilen Gelände sind selbst die hundert Höhenmeter mühsam. Dann zieht es relativ schnell komplett zu und im Lee ist es noch recht angenehm, aber am Gipfel bläst recht heftiger Wind. Wir steigen ohne Sicht hinter einer weiteren französischen Gruppe, die von der Pizzinihütte kommt, zum Gipfel auf. Oben ist überraschend wenig Wind. So kommen wir wieder ganz gut zu Kräften und versorgen uns mit Tee und einem Riegel. Wir fahren zurück in die Scharte und folgen dort der Gruppe auf der Abfahrt zur Pizzini. Der erste Teil ist steil, ohne Sicht und die Unterlage unter dem Neuschnee ruppig und hart. Ohne die Gruppe müssten wir jetzt mit GPS abfahren. So hängen wir uns an die Bergführer-geführte Gruppe und haben es einfach. Nach einigen Metern flacherem Gelände geht es in den steilen Vendeta di Cedec-Gletscher hinunter. Wir umfahren mehrere Eisfälle. Ein Unterfangen, das ohne Sicht eine elende Sucherei geworden wäre. Mit der Gruppe im Voraus geht es super und bei etwa 3000 Meter Seehöhe wird die Sicht endlich besser. Als das Rifugio Pizzini endlich in Sicht kommt, sind wir deutlich entspannter. Auf der Hütte bekommen wir ein Zweier-Zimmer mit Privatbad, das wir voll ausnützen und ohne Zeitlimit wellnessen=duschen. Wie jeden Nachmittag genießen wir nach einem ersten Bier eine Siesta. Das Abendessen ist wieder herrlich. Pasta, Hauptspeise, Nachspeise, wie wir es mittlerweile gewohnt sind. Die Hütte ist multikulturell besetzt und wir plaudern mit Engländer:innen, Belgiern, Italienern, Franzosen und Österreicher:innen.






































