2024_05_02_Sigistal, Traglhals, Geisterwald

Nachdem unsere Hochtourentage in der Schweiz dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen ist bleibt die Steiermark. Oliver und ich sind verrückt genug Anfang Mai auf die Tauplitz zu fahren und dort starten wir guten Mutes und mit Skiern auf der Langlaufloipe. Zuerst geht es über die Alm hinüber zum Tauplitzhaus und dann hinunter zu den Steirerseehütten. Beim Aufstieg zu Steirerseeleiten müssen wir für einige Meter die Ski tragen, aber sonst ist, gibt es ausreichend Schnee. Immer wieder ziehen Wolken aus dem Süden durch und teilweise schaut es von der Planneralm recht grau her herüber. Das Wolkenspiel ist herrlich. Zügig geht es hinauf vorbei am Sturzhahn und den beiden Tragln. Oben wenden wir uns Richtung Nordosten. Wir wandern weiter über die Schneiderkare, um dann festzustellen, dass das Spontanziel Sigistal deutlich weiter östlich als nördlich war, also gehen wir die 3-4 Kilometer zurück zur Sigistalhöhe. Dort fahren wir die zwei Höhenstufen bis aus 1440 Meter ab, bis der Schnee zu Ende ist. Firn ist anders, aber es geht ganz gut zu fahren. Bei der ersten Steilstufe bekommen wir einen Doline zu sehen, die ganz schön brenzlich sein kann. Beim Abschwingen bemerke ich ein etwa 50 Zentimeter großes Loch im Schnee, das nach unten weit öffnet. Beim näherem Hinschauen stellt sich heraus, dass an einer Seite ein ganzes „Loch“ nur noch dünn mit Schnee überdeckt ist und der Hohlraum darunter groß und tief ist. Glück gehabt. Die zweite Steilstufe ist deutlich steiler als die erste und da fährt es sich auch aufgrund der Schattenseite deutlich besser. Beim Aufstieg legen wir die Harscheisen an, sie geben im steilen Gelände deutlich Sicherheit. Trotzdem rutscht Oliver einmal einige Meter ab. Bei mir klebt ein Fell kaum noch und nervt vor allem beim Spuren. Nach etwa fünf Stunden Tour stehen wir wieder auf der Sigistalhöhe und machen uns auf den Weg zum Traglhals. Kurz davor verarzten wir noch Olivers Fuß, der im Skischuh zu viel Reibung, höchstwahrscheinlich wegen zu viel Wärme bekommen hat. Mit Blasenpflaster geht es dann hinauf zum Traglhals. Dort entscheiden wir den Gipfel sein zu lassen und fahren in den Geisterwald ab. Hier müssen wir eine kurze Stelle Skitragen und in der Einfahrt in den Langkar stellen wir fest, dass eine Menge Schnee fehlt. Die letzte steile Querung in das Kar ist schneefrei und die Felsen mit ihren herrlichen Wasserrillen werden zu einem unüberwindbaren Hindernis. Wir schauen uns alle Optionen an und entscheiden dann über ein Latschenfeld abzusteigen. So klettern wir mit Latschen“Sicherung“ einige Meter hinunter, um dann keine 5 Meter am Fels abzukraxln und wieder Schnee unter den Skischuhen zu haben. Dann geht es wieder einige Meter entspannt auf Schnee weiter, aber bei 1450 Höhenmeter ist zwischen den Bäumen und Felsen kein Weiterkommen mehr. Wir fixieren die Ski auf den Rucksäcken und ab geht es quer durch den Urwald. Nach einigen überwundenen umgestürzten Geisterwaldbäumen treffen wir auf einen Wanderweg, der uns bequem hinunter zu den Steinbrecherhütten führt. Dort laben wir uns bei einem Brunnen, das dort eingekühlt, Bier lassen wir wie es ist und machen uns auf den Aufstieg zurück auf die Tauplitz. 500 Höhenmeter warten auf uns und inzwischen ist es sechs Uhr geworden und wir sind seit neun Stunden unterwegs und habe gut 1500 Höhenmeter in den Beinen. Der Weg hinauf ist steil, nicht familientauglich und wir keuchen ganz schön, als wir wieder oben am Märchensee stehen. Erst dort legen wir wieder die Skier an, umrunden die beiden Seen und stiegen im Sonnenschein zum Lärchenkogelift auf und dann geht es auf Skiern fast zurück zum Parkplatz.

Am Ende sind wir gut bedient, 2000 Höhenmeter, 27 Kilometer in fast elf Stunden mit doch recht viel Skitragen hat schon seine Wirkung. Das Wetter hat super gepasst und ich bin froh, dass Oliver so klar war und die Tour machen wollte, allein wäre ich wohl zu Hause sitzen geblieben. Danke!

vor 2 Jahren

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