Beim mittlerweile fünfte Übungstörn des NCA, bei dem ich mit dabei bin, unterstütze ich diesmal als CoSkipper von Daniela auf der GetLucky einer Dufour 460 GL. Daniel ist einer der jungen Wilden des NCA und wir sehen uns ein paar Tage vor dem Törn zuerst zum Kennenlernen, bei der Skipper:innenbesprechung, dann am Berg für eine Skitour und bei der Crewbesprechung bevor wir von Sibenik aus in See stechen. Ladislaus ist diesmal auf dem Jugendboot mit Lydia, Anna und Skipper Fabian. Leona segelt mit Skipper Philipp auf einem Erwachsenenboot. Marie-Theres ist zu Hause geblieben um sich dem emotionalen Stress des Törns zu entgegen.
Wie immer ist der Freitag geprägt von Skipper:innenbesprechung, Backschaft, Sicherheitseinschulung und dem Kennenlernen des Bootes. Diesmal machen wir auch ein Deviationstabelle für das Boot und segeln unsere ersten Manöver, bevor wir zurück in den Stadthafen von Sibenik fahren und dort den Rest der Nacht zu schlafen. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto um 12 Uhr geht es nicht wie geplant über die Adria sondern nach Norden in die Kornaten nach Molar. Wir nehmen als einzige den Weg über die Südseite und segeln koppelnd ohne viel Peilungen am offenen Meer nach Norden. Das Zusammenspiel mit Daniel entwickelt sich super. Ich bin beim Ablegen noch etwas unsicher, aber mit den Stunden gewöhne ich mich immer mehr an die neue Rolle und die Verantwortung an Board, auch wenn wir doch drei erfahrene Skipper an Board haben. Der Wind ist mit 25 Knoten noch gut segelbar und so kommen wir am Montagmorgen in Molat an. Dort ruhen wir uns etwas aus und gegen Mittag laufen wir aus. Zuerst machen wir noch einige Segelmanöver und setzten das erste Mal Genacker. Ohne klares Ziel geht es Richtung Süden. Die starke Bora die für die nächsten Tage vorausgesagt wird, verhindert nicht nur Italien, sondern verlangt eine achtsame Planung, um am Ende der Woche wieder nach Sibenik zu kommen. So wird das Ziel zuerst Sumartin auf Brac. Wir segeln diesmal durch die Kornaten. Setzen bald den Genacker und cruisen bei 12 bis 20 Knoten Wind nach Süden. Der Wind frischt auf und statt den Genacker zu streichen, essen wir noch, der Crewwechsel passiert und dann müssen wir kursbedingt anlufen und dabei passiert uns ein Sonnenschuß und der Genacker reißt, was uns in Folge einiges an Nachrede bringt. Der Wind wird mehr und wie einige in der Flotte nehmen wir den Weg nördlich von Drevnik und Solta. Querab zur Splitska Varata erhalten wir die Meldung, dass ein Teil der Flotte nach Milna eingelaufen ist und wir tun das auch. Nach 21 Stunden Fahrt erreichen wir im Morgengrauen in Milna und legen uns nach einem Bier an der Pier in die Kojen.
Den Mittwoch und Donnerstag liegen wir in Milna besuchen die UT26-Akademie, mit Knotenseminar, Motor- und Wetterkunde, Schwerwettersegeln und Entscheidungsfindung beim Segeln und einigen weiteren Angeboten der Skipper:innen des UT26. Donnerstag gegen Mittag geht es dann wieder aufs Wasser. Wir nutzen ein Bora-Wetterfenster, um zurück nach Sibenik zu kommen. Diesmal segeln wir in der Bora südlich von Brac nach Drevnic Mali und legen uns dort für eine Stunde an die Pier der Fischer um zu kochen und zu essen. Davor begegnen wir noch der Gerald R. Ford und werden von dem kroatischen Begleitschiff klar auf Distanz gehalten.
Frisch gestärkt stechen wir wieder in See, um den Mulo zu umrunden und über Zlarin nach Sibenik zu kommen. Die Fahrt wird, wie erwartet, zu einem wilden Ritt mit Böen um die 30 Knoten ist die GetLucky an der Grenzen, die auf deinem Kreuzkurs noch zu fahren ist. Wir haben aber etwas Glück und müssen kaum nervenaufreibend aufkreuzen, sondern können landunter meist weite Schläge fahren. So kommen wir zwei Stunden nach Mitternacht in Sibenik an der Stadtmole an.
Am Freitag schauen wir uns noch den Motor mit allen Details an und widmen uns dann den exzellenten Ausführungen von Daniel über die Astronavigation, in der auch das Lachen nicht zu kurz kommt. Die letzten Sonnenstunden nutzen wir für das praktische Ausprobieren des Sextanten. Dann geht es zurück in die Marina Mandalina.
Diesmal sind wir beim Übungstörn durch die beiden Hafentage wieder etwas weniger gesegelt als „normal“. Rund 300 Seemeilen sind es trotzdem geworden und durch die teilweise heftige Bora waren wir viel an der Grenze, bei der die 460er Dufour noch zu segeln ist. Die Crew war eine sehr lässige und die Zusammenarbeit mit Skipper Daniel war sehr lässig. Die neue Rolle als CoSkipper hat mir viel Freude gemacht, war aber auch herausfordernd. Einerseits durch die längeren Navigationssessions unter Deck bei kräftigem Seegang und andererseits durch die Verantwortung die durch die Kommunikation nicht immer ganz so einfach zu übernehmen war. Es ist aber immer wieder erfüllend zu sehen, wie die einzelnen Crewmitglieder und die Crew als Gemeinschaft wachsen und sich entwickeln, was besonders in diesem Törn sehr gut zu sehen war.
Anders als letztes Jahr, sage ich jetzt, dass ich nächstes Jahr wieder beim Übungstörn mit dabei sein werde. Aber mal sehen wo die Reise hingeht!





























































































