2022_04_29_Bösenstein

Wolfgang ist voll motiviert. Noch immer. Ich würde zuhause eine Runde am Rad drehen. Aber Wolfgang ist voll motiviert und will in den Schnee. Allein schon wegen dem Trainingseffekt für die Schweiz und dem Trainingsplan von Gerald. Auch wegen dem perfekten Wetter. Und weil es einfach fein und befriedigend ist, einige Sonnenstunden im hellen Weiss zu verbringen. Wegen dem höhersteigen, daß einen schnaufen läßt und bei jedem Schritt wird der Horizont weiter, wegen dem Fokus liegt, der im Hier und im Jetzt liegt und dann ist das grün des Aprils unten und das Weiss des Aprils überall dort wo der frische Schnee zu liegen gekommen ist.

Ich werde um sechst zuhause abgeholt und zwei Stunden später stehen wir auf den Skiern und gehen vom Parkplatz der Edelrauthütte los. Heute braucht es keine Harscheisen. Es ist gut griffig. Die Rote Rinne ist schon befahren. Vor uns ziehen einige Tourengeher*innen ihre Spuren auf den Kleinen und Großen Bösenstein, hinter uns auch. Wir wenden uns dem Großen zu, der Kleine muss noch warten. Nach der Scharte legen wir unser Ski in den Schnee und stapfen zum Gipfel. Nach zwei Stunden geniessen wir den Ausblick. Der Wind ist frisch und meine Nase will ins Lee. Ein kurzer Blick in die Nordrinne und dann geht es hinunter. Der Schnee ist gut zu fahren, gesetzter Pulver. Wir wählen eine unverspurte Linie ganz links und im Flachen werden die Schünge langgezogen. Lässig ist es. Im windgeschützen Kar rasten und essen wir.

„Nicht mehr ganz frisch“ steigen wir auf den Kleinen Böstenstein. Westalpentempo wäre deutlich langsamer. Wieder sind wir ganz allein am Gipfel, nein im Lee sitzen zwei Murtalerinnen und reden und lachen mehrere Gipfelzigaretten lang. Wolfgang verbessert die Welt um 10 Neapolitaner Schnitten (Achtung non-sponsored Link) in der Größe 239. Diesmal ist es fast windstill und angenehmem. Heute ist schon eine ganze Menge los. Noch immer steigen einige Tourengeher*innen auf. Morgen werden sich hier wohl noch um einige mehr tummeln. Wir machen uns für die Abfahrt bereit. Der Schnee auf dem Nordosthang ist gut. Je weiter wir in Kar kommen, desto besser wird es. Die letzten Schünge karven wir dann in den Talboden. Anschliessend steigen wir zum Einstieg der Roten Rinne auf. Die Sonne hat hier schon ordendlich ihre Kraft entfaltet. Der Schnee ist deshalb recht schwer und wird mit den abnehmenden Höhenmetern deutlich patziger. Dann suchen wir durch des Gestrüpp zurück zum Scheiblsee. Im Bremsschnee geht es zurück bis zur Stoßstange.

Danke für die Motivation, das Abholen, die feine Tour, die schöne Zeit am Berg und die Fotos!

vor 4 Jahren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert