2019_03_21-24_Julische Alpen

Lange geplant und mit einem Zeitfenster von einer Woche waren die Skitourentage in den Julischen recht grosszügig angesetzt. Das Wetter Anfang der Woche war mit Neuschnee vorausgesagt. Also haben wir die Tour in die Kaiserinnenwetterzone verschoben.

Ben und ich sind am erst Donnerstag in Graz gestartet und zu Mittag ging es im verschneiten Krma Tal los. Unser Parkplatz war einige Kilometer vor unserem geplanten (letzten) Parkplatz, weil die tiefe Spurrillen und der frische Schnee eine Weiterfahrt verunmöglichten. Die ersten drei Stunden stiegen wir im Talboden hinauf und dann verengte sich das Tal. Nach Norden stieg es steil zum Triglav hin und wir orientierten uns Richtung Westen zum Bojinska Vratca, der Scharte die uns zum ersten Winterraum in der Vodnikov Dom bringen sollte. Der Anstieg war im Gegensatz zu dem auf den Trigalv unverspurt. Mit den 15 Kilo Gepäck, dem jetzt steiler werdenden Anstieg und dem Neuschnee, der auf der Nordseite noch perfekt konserviert war, wurde der Anstieg auf die 1986 Meter hohe Scharte ganz schön anstrengend. Wegen dem Triebschnee orientierten wir uns auf die verharschte Südseite und kraxelten die letzten Meter wieder mal mit den Skiern am Rücken hinauf. Der erste Blick hinaus auf die Julischen Alpen war beeindruckend und überwältigend. Die Abfahrt hinunter zu Hütte hingegen gestaltete sich im Plattenpulver übel. Der schwere Rucksack erschwert das Abfahren enorm und bremst das Vergnügen. Die erste Nacht war kalt aber ok. Ich hatte meine Ersatzsocken im Auto ausgestreut, was mir anfänglich feuchte Füße bescherte und nach vier Tagen mehr Geruch anlegte als geplant.

der Blick ins Krma Tal
tiefer Winter im Krma Tal
Aufstieg durch den Wald
hinauf zur Wocheiner Scharte
Noch gut gespurt
Gerade der Normalweg zum Triglav, wir biegen links (Süden) ab.
Die erste Steilstufe zum Triglav. Wir spuren.
Christian plfügt sich durch
Der Anstieg zur Wocheiner Scharte mit Pulver und Triebschnee
Not-Biwak oder geplanter Biwak am Fuße der Felsen
Wieder in meinem Element ;-)
Blick zurück ins schattige Krma Tal
Über die Scharte
Strahlengenießer
Da unten ist unser Winterraum – Aber wo?
…schon im Schatten
Die ersten Meter waren noch aufgefirnt, vor ca einer Stunde
Schneeschmelze
Hausschuh und Sockenersatz
eisgekühlt

Am zweiten Tag ging es von Vodnikov Dom durch Veljo Polje die Velska Dolinas hinauf zur Hribarice-Scharte südöstlich des Zob Kanjavec zum Kanjavec. Eine wesentliche Erkenntnis verfestigte sich an diesem Tag, nämlich, dass die Hangneigungskarte des Alpenvereinaktiv in Slowenien teilweise bis zu zehn Grad unter den gemessenen und tatsächlichen Neigungen liegt. Eine Tatsache die bei Neuschnee sicherheitstechnisch einiges unmöglich macht, was vielleicht gut geplant war. Am Fuß des Kanjavec legten wir ein Materialdepot an und „flogen“ um viele Kilo erleichtert dem Gipfel entgegen. Oben war es „GEWALTIG“: kein Wind, eine Fernsicht vom Glockner bis zum Mittelmeer und rundherum steil ins Tal, … Wir wählten die südwestliche Abfahrtspur, die noch guten Firn und Abfahrtsspaß boten. Bei der weitere Abfahrt hinunter zur Prehodavci wurde der Schnee dann immer tiefer und diesmal kamen wir in der Nachmittagssonne bei der Schutzhütte an. Noch in der Sonne kochten wir, sammelten das Wasser aus den Schmelzpfützen, weil wir Gas sparen wollten und trockneten Socken, Leiberl und entspannten. Zum wieder einfach gutem Essen gab es das letzte Bier (danke Ben!). Bis zum Abend füllte sich die Hütte ganz gut, geschlafen haben wir trotzdem gut ;-)

Sonne im Polje
Auffellen in der Sonne nach Plattenpulver
Los geht es hinauf
Trinkpause
Durch die Dolinas
180° wir kommen von links und nähern uns der Hribarice-Scharte rechts
und immer wieder wird es steil
Winterliche Kriechtiere
Kaiserinnenwetter
Aufstieg zur Hribarice-Scharte beim Kanjavec Pol
in der Scharte
Genießen …
ebenso…
nochmal, weils so schön ist
Landschaft
das nächste Plateau
Endlichkeit
Lager für den Gipfelflug
mit leichten Gepäck fliegen wir …
Ben begegnet einer Schnecke
Christian auch
Anstieg zum Kanjavec
die letzten Meter
Der Triglav zwischen uns!
Beeindruckende Tiefblicke
Ausblick Richtung Südosten
Rundblick
Firnabfahrt
Flechtmeister Ben
Blick ins SiebenSeenTal
Die letzten Meter zur Hütte
Trockenraum
Abendstimmung
Licht Schatten Schwaden

Am dritten Tag ging es dann zum Triglav Dom. Die geplante Route über die Südflanke mit einem Zwischenstop auf der unbewirtschafteten Planika Dom Hütte haben wir aufgrund der Sonne und Wärme und dem Umstand, dass sie ungespurt war verworfen. Deshalb sind wir die Route des Vortages wieder aufgestiegen und abgefahren und hatten so ein paar Höhenmeter mehr Abfahrt ins Velo Polje. Der Aufstieg hinauf zum Konjsko Sedlo führt durch sehr steiles Gelände, von unten ist der Weg durch die Latschen und Felsen kaum zu sehen. Der letzte Teil trugen wir die Ski wieder am Ruchsack und waren heilfroh oben auf der Hochfläche gelandet zu sein. Eigendlich wollten wir nicht direkt zum Triglav Dom aber auch der Weg hinauf zum Planika Dom war unverspurt und so folgten wir dem östlichsten Skispuren und waren einigermaßen überrascht als wir gegen vier Uhr vor dem Massenansturm bei der Hütte am Triglav standen. Der Aufstieg führte durch eine unverspurte Firnflanke etwas südöstlich der Normalroute in der wir die Kolonnen hinauf zum Triglav-Haus sehen konnten. Oben kochten wir wieder ein Supperl, tranken das höchste Bier der Tage und genossen noch den Ausblick von der Kredarica. Dann ging es in einen „Doppelzimmer-Kühlschrank“

und wieder geht die Sonne auf
Aufstieg mit Harscheisen
Zurück zum Kanjavec
Blick hinunter ins Polje
Spitzkehren ohne Ende
ohne Ende Spitzkehren
Headbanger? nein Ben schmiert Sonnencreme (zum vierten Mal!)
Anstieg
von oben
Vielbegangen
Ab hier geht es wieder mit Ski weiter …
Hinkelstein und Boulderblock
Christian hatte die Kletterpatscherl nicht dabei…
Gewaltige Eindrücke
Wohin gehen wir?
Aufstieg zum Triglav Dom
recht steil, aber super Bedingungen
Ben im FLOW
Der Blick zum (kleinen) Triglav
Ben kocht und …
redet mit den Dohlen
Abendstimmung – Die Triglavs
Blick aus dem Zimmerfenster
Die Sonne geht unter
der Mond geht auf

Am vierten und letzten Tag versuchten wir noch mit Steigeisen und Pickel den Triglav und stiegen die ersten hundert Höhenmeter am Klettersteig auf. An der einer Flanke, in der das Stahlseil eingeschneit und die ersten Felsen zu überwinden waren, kehrten wir um. Zu ungewohnt, zu unsicher das Gehen mit Steigeisen am Feld, zu Unklar ob der Pickel im dünnen Eis hält oder nicht. Nach dem Abstieg zurück zur Hütte packten wir um und fuhren über die gestrige Aufstiegsspur durch die 38 Grad steile und noch immer unverspurte Flanke hinunter Richtung Krma Tal. Nach der zweiten Steilstufe legen wir in der Prgarca (einer weiteren unbewirtschafteten Hütte) noch eine letzte Suppenpause aus, weil unsere Füße von der langen Abfahrt schon ordendlich weich waren. Für ein paar Slowenen gab es noch Kaffee und dann ging es die zweiten 900 Höhenmeter zum Parkplatz. An zwei Stellen war Skitragen angesagt und beim letzten Parkplatz war dann die Skifahrerei zu Ende. Vor dort wurde Ben von den drei Slowenen dann mit hinaus zum Auto genommen, auf den sechs verbleibenden Kilometern war in den vier Tagen der Frühling eingekehrt.

Blick vom Klettersteig zum Triglav Dom
Steil am Seil und ohne – Anspannung ist genug da!
Point of return
Zufrieden
Wieder eine super Firnflanke zum Abfahren
Abfahrtsvariante wählen
kurzer Gegenanstieg
Rückblick
Ben schaut auch zurück
Links Triebschnee – rechts Harsch die Qual der Wahl und das bei über 40 Grad
von oben
die Sonne macht es lieblicher ;-)
für eine letzte Suppe und Kaffee
Ben bei der Tat
Farbenspiel und voll angefixed
Kraft tanken
Blick zur Abfahrtsspur
Da sind wir am Donnerstag rauf!
Ausgefahren … das sah vor drei Tagen noch anders aus.
Skiliebhaber
noch ein Skiliebhaber
angesagt
im Krma-Tal der Frühling

 

drei Tage vorher war hier noch Schnee!
jetzt nur mehr mit Grasski möglich
und jetzt gibt es einen letzten Kaffee!

Kaiserinnenwetter, beste Verhältnisse und viele Erkenntnisse haben wir aus der Vier-Tages-Tour mitgenommen. Schweres Gepäck stärkt den Trainingseffekt und mindert das Abfahrtsvergnügen. Die gemeinsame Zeit war genial, die Einsamkeit und Abgeschiedenheit löst einen Dichte des Da-Seins aus, die besonders ist und Aspekte zwischen Rausch und Angst hervorbringt. Die Reduziertheit in Allem bringt eine Fokusierung mit sich, wie wenig es braucht.

Die Julischen Alpen haben noch mehr Potential. Vom Wocheiner See aus wäre die Runde ein ebenfalls lohnendes Projekt und auch aus dem Trenta-Tal gäbe es Möglichkeiten von Überschreitungen in der Region. Um den Triglav zu besteigen brauchen wir noch mehr Erfahrung mit Pickel und Steigeisen, dann können wir uns mit hunderten Slowenen auf den höchsten Berg unserer südlichen Nachbarinnen stellen ;-)

Danke Ben für die feine Zeit und das Vertrauen!

 

 

 

vor 7 Jahren

2 Kommentare

  1. Danke Christian!
    Für deine Offenheit diesem ursprünglich nur als Fantasie existierenden Projekt und die super Energie bei der Planung und Umsetzung!
    Und fürs BeSchreiben.
    Ich freue mich auf weitere gemeinsame Abenteuer…

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