2025_08_18-19 Hochalmspitze Detmoldergrat

Die letzte gemeinsam (Ski)tour mit Gerald und Wolfgang liegt eine Zeitlang zurück. Eine gemeinsame Hochtour (ohne Ski) gab es überhaupt nur 2020 als wir auf der Essener Rostock-Hütte mehrere Hochtouren mit Klettereien unternommen haben. Jetzt ist es wieder so weit. Eigentlich war in der Zeit eine Radbergsteig-Tour wie letzten August geplant, aber diese fällt Verletzungsbedingt aus. So nützen wir zwei Tage, um auf einen der nächsten 3000er zu gehen. Wir klettern im Maltatal, als Vorbereitung noch ein paar Sportkletterrouten um uns auf die Kletterei im Granit einzugewöhnen. Der Aufstieg zur Giessener Hütte dauert etwa eineinhalb Stunden. Den Plan über den Winterleitengrat auf die Hochalmspitze zu gelangen, verwerfen wir auf der Giesener Hütte, die als Stützpunkt dient, als wir einer Partie reden, die den Grat gemacht hat und über sieben Stunden unterwegs waren, ohne den Gipfel bestiegen zu haben. Der Gipfel geht für uns vor. Die Gletscherausrüstung kann bei der Hochalmspitze von Süden zu Hause bleiben, dafür kommt das Klettersteigset in den Rucksack. Wir starten nach der Übernachtung gemütlich nach dem Frühstück und steigen Richtung Trippkess auf. Der Wanderweg verliert sich auf den letzten Metern zum Schneefeld vor dem Klettersteig auf das Steinere Mandl und führt zum Schluss über Blockgelände und ein paar Meter über ein Schneefeld zu einer Seil- und Kettenverlängerung. Wenn Vorsteiger*innen dieses nicht wieder gut heruntergeworfen haben, kann das ganz schön herausfordernd werden, es zu erreichen. Der Klettersteig beginnt so auch recht knackig und kraftig. Der Klettersteig selbst starten dann steil und plattig, aber die Klampen helfen und nach etwa 50 Höhenmetern ist der Grat erreicht. Von dort geht es immer den Blockgrat entlang, teilweise ausgesetzt, aber klettertechnisch wenig herausfordernd zum Gipfel, den wir nach dreieinhalb Stunden erreichen. Die ganze Zeit werden wir dabei von frischen Nordwestwind begleitet und so setzen wir uns in den Windschatten auf die Südseite und Jausnen in der Sonne und wärmen uns wieder auf. Der Abstieg über den Detmolder Grat Klettersteig ist relativ einfach und führt meist über Blockgelände und Granitplatten auf der Südseite. Ein paar Mal gewährt er Tiefblicke auf die Nordwestseite und den Winkelkees. Nach dem Klettersteig beginnt wegloses markiertes Gelände über das Blockgelände, vor bei an den Trippkeesresten. Nach wenigen Metern stoßen wir auf gelegte Platten zwischen den Blöcken, die teilweise nicht ganz einfach zu finden sind. Der Weg soll in der Zwischenkriegszeit angelegt worden sein und erleichter den Abstieg durch das Blockgelände enorm. Der nächste Teil des Wegs führt nach der Gabelung in der Winkelscharte über Gletscher-geschliffenes Gestein auf dem Wanderweg zurück zur Giessener Hütte. Dort rasten wir noch einmal und dann geht es zurück zum Großkarspeicher wo sich der Parkplatz befindet.

Die Giessener Hütte ist, wie Wolfgang es bezeichnet, ein One Trick Pony, wenn die Kletterfähigkeiten oder zeitlichen Resourcen eingeschränkt sind. Der Traumfänger liegt Klettertechnisch etwas über unserem Niveau. Die Südpfeilerroute ist von der Wegfindung und Versicherung sehr herausfordernd und der Winterleitengrat braucht durch die Länge einen Tag für sich. Aber, wer weiss …

Fein war es, wieder mal gemeinsam unterwegs zu sein und kletter- und tourtechnisch harmonieren wir drei einfach gut.

Danke für die Fotos an Gerald und Wolfgang.

vor 7 Monaten

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