2026_03_06-08 Freeride-Coaching

Mit den Naturfreunden verbringe ich das erste März-Wochenende in Saalfelden und besuche das Freeride Coaching. Untergebracht sind wir im Winkelhof. Der Abend steht im Zeichen der Tourenplanung. Nach einem aufgezeichneten Frühstück geht es dann ins Glemmtal und mit dem Lift hinauf zu unseren „Rides“. Wir erkunden jeden Tag einen anderen Berg und aufgrund der Wetter- und Schneesituation sind es in der Früh immer die Ost-, zu Mittag die Süd- und später die West- und Nordwesthänge. Dazwischen gibt es noch eine Menge Tips zum Thema, Feedback zur Skitechnik und jede Menge Gebietskunde. Die coolen Nordseitigen Linien sehen wir uns an und lassen sie in der Theorie sein. Der Harsch- und teilweise Bruchharschdeckel lockt nicht so richtig. Stattdessen fahren wir auf der Sonnenseite und finden dort jede Menge lässige Firnabfahrten.

Am ersten Tag geht es zuerst auf den Schattenberg und von dort zum Einfahren zum Limberg8er. Von dort fahren wir zwei Runden mit Schattenberg-Sprinter und unternehmen die ersten Ausflüge ins Gelände am Osthang des Mittelgipfels, die gerade richtig aufgehen. Die nächste Abfahrt führt über den südlich ausgerichteten Kessel hinunter in Tal das wir bis auf 1200 Meter Seehohe zu Rammern Alm abfahren und dort auf ein Getränk einkehren. Zu Essen bekommen wir ohne Voranmeldung nichts. Dafür erhalten wir eine mehrmalige Erklärung der sehr gefährlichen Lawinensituation und eine deutliche Wiederholung, dass es ohne Voranmeldung kein Essen gibt und geben wird! Ein Taxi bringt uns dann zurück nach Saalbach zum Schattenberg Express und über den Limberg8er und den Schattenberg Sprinter geht es dann wieder hinauf. Diesmal steigen wir von der Bergstation ein Stück zum Stemmerkogel auf und fahren dann Westseitig fast bis zu Stiegeralm ab und queren von dort zum Talstation der Westgipfelbahn von der wir zurück auf den Schattenberg West fahren und bei der Simalalm einkehren und den Freeride-Tag ausklingen lassen, Nachbesprechen und Abschlussfeedback geben, bevor wir über die Piste nach Saalbach zurückfahren.

Der Samstag geht vom B4 12Nord los, weil wir am Zwölferkogel keinen Parkplatz finden. Von der Bergstation fahren wir uns ein. Eigentlich wollten wir als Erstes auf den Hohen Penhab. Nachdem die Südseite aber von Lawinen ausgeputzt ist lassen wir das sein und fahren über die Südflanke zum Seekarlift und steigen mit Fellen zum Gipfel nordwestlich der Stoffenwand auf. Von dort geht es über die steilen südlich ausgerichteten Hänge hinunter zur Stoffenalm und über den Ziehweg zurück zum Zehner6er. Die zweite Runde starten wir dann wieder von der Bergstation des Seekarlifts. Diesmal gehen wir bis zum Gipfelkreuz (2107 Meter). Vom Gipfel fahren wir nordwestseitig zur Zehetner Hochalm und lassen uns vom unverspurten Hang (und der Planung) verführen und fahren bis zum Wald ab. „Gefangen“ zwischen zwei tiefen Gräben und mit ausreichend Zeit und Energie steigen wir die rund 150 Höhenmeter wieder zur Alm auf und fahren dann wie ursprünglich geplant über die Forststrasse nach Lengau ab. Dort erreichen wir perfekt den vorletzten Skibus, der uns zum Parkplatz bringt.

Am dritten Tag des Freeride-Camps geht es mit der Bernkogelbahn hinauf und erstmal hinüber zum Hasenauerköpfel, wo wir zum Einfahren ein paar Skitechnik-Übungen und Feedbackfahrten machen. Beim Spieleck6er schauen wir uns die Nord-Sektoren an und nehmen dann die verspurten Südhänge östlich des Spieleckkogels. Mit dem Hochalm6er geht es zurück und stapfend fast zum Gipfel der Hochalmspitze. Wir lassen den Gipfel aber sein und fahren eine der westlichen Rinnen nach Süden ab. Die Lines auf der Ostseite sind durch Lawinenabgänge nicht mehr lohnend. Die Südabfahrt hingegen passt ganz genau und wir haben wieder das volle Abfahrtsvergnügen. Dann geht es nur noch zurück nach Saalbach, wo der Tag und das Camp endet.

Es waren drei starke Tage im Skizirkus Saalbach-Hinterglem. Es gibt noch viel zu entdecken hier. Die Südseitigen Varianten haben wir ganz gut abgerast. Es bleiben die North-Faces! Der Freeride Weltcup musste abgesagt werden. Wir hatten unseren Spass und viel gelernt. Die Gruppe aus Naturfreund:innen aus Oberösterreich, Wien, Niederösterreich und der Steiermark war stark: Skifahrerisch und Aufstiegsmässig. Fast 700 Höhenmeter sind wir am Samstag bergauf gegangen. Richard hat die Gruppe super geguidet und viel Platz zum lernen und führen gegeben und das Wetter war blau in Sonne. Den Kurs kann ich nur empfehlen, das Eigenkönnen und die Kompetenzen im Gelände und der Vorbereitung zu verbessern, ein Freeride Gebiet kennen zu lernen und vor allem um drei Tage Freude im Schnee zu haben. In der Art gibt es bei den Naturfreunden mehrere Camps: für Einsteiger:innen, Skitechnik, Fortgeschrittene, Frauen, Snowboard und das von mir besuchte Freeride-Coaching.

vor 2 Stunden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert