Medalskogel über den Grat – zwei Abfahrten und ein Local Guide
Es gibt diese Touren, bei denen schon beim Losgehen klar ist, dass es ein guter Tag wird. Genau so ein Morgen war es im Schwarzachengraben hinter Hinterglemm. Um halb neun schnallen wir die Ski an, die Luft ist frisch und klar und über den Gipfeln kündigt sich schon ein sonniger Tag an.
Ich bin heute mit Stefan unterwegs. Stefan ist hier aufgewachsen und kennt die Gegend wie seinen eigenen Garten. Während ich noch überlege, welcher Gipfel jetzt welcher ist, zeigt er mir schon die nächsten Ziele und erzählt nebenbei Geschichten aus dem Tal. Mit so einem Local unterwegs zu sein ist immer ein Upgrade für jede Tour.
Der Aufstieg führt uns hinauf auf den Grat in Richtung Medalskogel. Schon früh öffnet sich das Panorama und man merkt schnell, warum dieser Berg so beliebt ist. Nach hinten schaut man tief ins Glemmtal, gegenüber stehen die Leoganger Steinberge und rundherum ziehen sich die Pinzgauer Grasberge bis zum Horizont. Der Grat selbst ist ein richtig schöner Skitourenanstieg, abwechslungsreich und mit ständig wechselnden Blicken.
Mit jedem Meter wird das Gelände freier und irgendwann steht man schließlich oben am Medalskogel auf etwa 2425 Metern. Am Gipfel ist es ein wenig windig, aber die Aussicht ist dafür umso besser. Wir bleiben eine Weile stehen, schauen uns um und genießen das Panorama. Stefan zeigt mir noch ein paar Tourenmöglichkeiten in der Umgebung und hier warten noch viele schöne Linien.
Lange bleiben wir trotzdem nicht, denn die erste Abfahrt ruft. Wir fahren hinunter in Richtung Stoffengmeinwaldalm. Der Schnee meint es dabei nur teilweise gut mit uns. Immer wieder taucht Bruchharsch auf und zwingt zu etwas sauberer Skitechnik. Ganz ehrlich, es gibt angenehmere Schneebedingungen, aber als Übungseinheit ist es durchaus lohnend.
Unten bei der Alm ist der Tag aber noch lange nicht vorbei. Also wieder Felle drauf und weiter geht es noch einmal hinauf über die Kegerlalm. Der zweite Aufstieg fühlt sich schon deutlich entspannter an und die Sonne hat inzwischen ein wenig am Schnee gearbeitet.
Die finale Abfahrt zurück zum Auto entschädigt dann endgültig für alles. Der Schnee ist deutlich besser und die Hänge lassen sich richtig schön fahren. Genau so stellt man sich das Ende einer Skitour vor.
Am Ende stehen ein guter Tourentag mit Start um halb neun im Schwarzachengraben, ein Gipfel auf gut 2400 Metern, zwei Abfahrten, ein paar Bruchharschlektionen und vor allem ein großartiges Panorama rund um den Medalskogel. Mit einem Einheimischen unterwegs zu sein macht so eine Tour noch einmal besonderer. Und ganz ehrlich, in diese Ecke von Hinterglemm komme ich sicher bald wieder zurück.




















Danke Stefan für die Fotos
