Gemeinsam mit Andrea und Gregor versuchen wir die Frühjahrsbesteigung der Veitsch mit Skiern. Ich bin mir bei der Hinfahrt etwas unsicher, wie viel Skitragen nötig ist. Die ersten Blicke hinauf in die Schallerrinnen sind nicht sehr vielversprechend: Nur noch ein dünnes Band ziert die Rinnen und in der östlichen sind deutliche Unterbrecherstellen sichtbar. Wir starten trotzdem zuversichtlich, die Harscheisen klimpern am Rucksack und über die Skipiste geht es die ersten Meter hinauf. Bei der Bergstation des Schleppliftes rechne ich noch mit mehreren hundert Metern Skitragen, aber mit Willen geht es über kurze Wiesenstücke bis hinauf auf 1700 Meter auf Schnee. Dort geht eine Gruppe vor uns in die Schallerrinne, während wir, zum „üben“, die Skier auf den Rucksack packen und etwa 50 Meter weit tragen. Dann kommen sie wieder auf die Beine und es geht im Schnee die Serpentinen weiter. Ich kämpfe einige Male mit meiner sich öffnenden Bindung, wenn ich versuche eine Spur in den Schnee zu treten. Verärgert gebe ich das „schöne“ Spuren auf überlasse Gregor und Andrea eine kaum ausgeprägte Aufstiegsspur dort wo die ursprüngliche Spur zu steil ist. Doch die Harscheisen bleiben verstaut. Auch hier überwinden wir einzelne Grasstücke und nach zweieinhalb Stunden sitzen wir beim Graf Meran Haus in der Sonne und rasten. Frisch und gestärkt geht es die letzten 140 Höhenmeter zum Gipfel. Ich schaue mir noch die Kite-Tauglichkeit der Hochebene an. Heute fehlt der Wind und der Kite ist deshalb auch im Auto geblieben. Wir genießen den wunderbaren Rund-Um-Blick auf die grüne Steiermark. Im Nordwesten fangen langsam die Wolken an zu quellen und türmen sich grau auf. Die Abfahrt über den Gipfelhang ist recht stark verspurt, aber ganz ok. Wir wählen die westliche Rinne und nach einigen Metern bemerke ich, dass diese deutlich steiler ist, als die 35 Grad der östlichen Schallerrinne. Der Neigungsmesser zeigt 47 Grad und wir sind mächtig stolz als wir unten im Ausstieg sind und die smale, nur ein paar Meter breite Buckelpiste ein Ende hat.
Wir sind jedenfalls voll zufrieden. Für Andrea ist bei ihrer achte Skitour souverän die Schallerrinne gefahren. Ihre Routine und Erfahrung am Berg machen sich bei solchen Unternehmungen bemerkbar. Gregor kann hat im steilen Gelände seine Skitechnik voll nutzen. Und wir waren bei wunderbaren Bedingungen auf der Veitsch. Mein erster Besuch auf der Veitsch in dieser Saison wird wahrscheinlich der letzte sein. Viel Schnee ist nicht mehr übrig.


















