Fabian, Oliver, Gerald und ich fahren wieder öffentlich zum Hochtouren in den Westen. Geplant war die ganze Runde stark von Wolfi, aber der muss schweren Herzens krankheitsbedingt zu Hause bleiben. Ich komme dann Arbeitsbedingt direkt vom Arlberg und wir treffen uns Montagmorgen in Schruns. Von dort geht es im Bus zur Vermuntbahn und mit dem Tunnelbus auf die Bielerhöhe. Um 10:45 stehen wir auf den Skiern und steigen gemütlich zur Wiesbadnerhütte auf. Schnee ist genug, Nebel auch und der sanfte feuchte Schneefall begleitet uns bis zu Hütte. Wo wir umpacken und dann zu dritt noch einige Höhenmeter im dichten Nebel Richtung Ochsenscharte aufsteigen. Wir steigen gemütlich bis kurz vor den Gletscher auf, wo jede Orientierungspunkte wegfallen und wir vernunftsgesteuert bei 2800 Meter umdrehen. Die Abfahrt durch den Nebel ist dann besser als gedacht und so kommen wir zu den ersten schönen Schwüngen im frischen Pulverschnee (viel ist es nicht). Auf der Hütte lernen wir Jörg vom Alpenverein kennen, also ich spreche ihn an, weil mir sein Gesicht sehr bekannt vorkommt und auch er erinnert sich an mich. Später stelle ich fest, dass ich ihn vom Winterupdate (Moderation) und von seinen Auftritten als Pressesprecher bei den heurigen Lawinenunfällen aus dem ORF kennen. In Folge sehen wir uns regelmäßig und tauschen uns über die Lawinensituation und die jeweiligen Touren aus, weil wir sehr ähnliche Wege gehen.






Am Dienstag ist das Wetter nicht besser. Eigentlich wäre heute der beste Tag für den Piz Buin. Ab bei diesem Wetter ist das keine Option. Also starten wir mit Seiltechnik und Spaltenbergung. Zuerst am Tisch und dann draußen hinter der Hütte. Um halb zwölf geht es dann auf die gemeinsame Tour zum Rauen Kopf. Wieder wird der Nebel mit den Höhenmetern dichter und teilweise sehen die Füße mehr als die Augen. Es ist warm, den die Strahlungswärme dringt gefühlt ungefiltert durch die Wolken. Mit regelmäßiger Kontrolle der Postion am Handy erreichen wir nach zwei Stunden die Scharte und legen Steigeisen an und beginnen mit dem Gipfelanstieg. Der Aufstieg führt über eine steilere Rinne und dann über den Grat meist am Schnee. Eine einzige Kletterstelle um einen Felsen ist unschwer. Nach zwanzig Minuten stehen wir am ersten 3000er, dem ersten für Fabian. Wir sehen nicht viel von der Gegend. Deshalb unternehmen wir von der Scharte aus noch eine kurze Erkundung den Grat entlang zu einer weiten Scharte nordwestlich. Diese ist aber überwechtet und unfahrbar, zumindest ist das unser Eindruck. Dann nutzen wir ein kurzes Aufklären und die damit bessere Sicht für die Abfahrt über den gut 30 Grad steilen Gipfelhang. Der weitere Rückweg über das kupierte Gelände ist fein. Erst die letzten Meter zu Hütte wird der Schnee durchweicht. Kulinarisch ist die Wiesbadnerhütte ganz ok, außer das Jausenbrot (sehr trocken) und das Frühstück (lieblos). Dafür ist sie praktisch und bietet im Mehrbettzimmer ideal Platz für uns vier. Geruchlich fällt der Skischuhraum und die Qualität der Hauspatschen sehr eindrücklich negativ auf.

















Am dritten Tag geht es wieder zur Ochsenscharte, diesmal ist der Himmel blau und die Welt voller Berge. Von Westen stauen noch Quellwolken an die Gipfel. Wir fahren auf der dünnen Pulverauflage etwa 400 Höhenmeter herrlich den Ochsentaler Gletscher ab. Und während wir zwischen die beiden Jamtalspitzen wieder hochwandern, tauchen wir in diese Wolkendecke. Deshalb besteigen wir „nur“ die hintere Jamtalspitze. Die Vordere ist deutlich steiler und alpinistisch herausfordernder und nachdem die Sicht so schlecht ist, lassen wir es bleiben. Als es dann etwas aufhellt fahren wir nocheinmal rund 400 Höhenmeter ab. Dort machen wir eine Pause und steigen weiter östlich in einem langen Bogen zur Gemspitze auf, die bis zum Gipfel mit Ski begehbar ist. Die Wolken haben sich mittlerweile deutlich weiter nach Süden zurückgezogen und so genießen wir die volle Aussicht. Die 1500 Höhenmeter Aufstieg reichen für heute und wir fahren südöstlich vom Rußkopf zur Jamtalhütte ab die wir nach fast neun Stunden erreichen. Das Klima auf der Hütte ist freundlich aber sehr voll. Das zahlreiche Personal wirkt motiviert und organisiert die gut 200 Skitourengehenden perfekt. Einziges Manko ist, dass es keine Hüttenpatschen mehr gibt, aber damit können wir leben. Oliver krallt sich welche vom Trockner, Fabi und Gerald nehmen die aus dem Nightjet und ich bleibe barfuß.









































Der Donnerstag geht es bei bestem Wetter zur Chalausscharte. Bei der Tourenplanung war ich etwas unaufmerksam (oder was auch immer) und habe einen falschen Track. Deshalb starten wir gleich mal auf der falschen Route. Etwas mühsam geht es nach der Klärung zurück auf den richtigen Weg und hinauf über das kupierte Gelände zum Chalausferne zur Forcla Chalaus. Auf der Südseite der Scharte ist der Schnee bereits um 10 Uhr aufgefirnt als wir überschreiten. Nach einigen Höhenmeter Abfahrt in die Schweiz steigen wir auf die Augstenspitze. Auf der mittleren Erhebung rasten wir und genießen zum Abschluss noch die Südliche Der Donnerstag geht es bei bestem Wetter zur Chalausscharte. Bei der Tourenplanung war ich etwas unaufmerksam (oder was auch immer) und habe einen falschen Track. Deshalb starten wir gleich mal auf der falschen Route. Etwas mühsam geht es nach der Klärung zurück auf den richtigen Weg und hinauf über das kupierte Gelände zum Chalausferne zur Forcla Chalaus. Auf der Südseite der Scharte ist der Schnee bereits um 10 Uhr aufgefirnt als wir überschreiten. Nach einigen Höhenmeter Abfahrt in die Schweiz steigen wir auf die Augstenspitze. Auf der mittleren Erhebung rasten wir und genießen zum Abschluss noch die Südliche Der Donnerstag geht es bei bestem Wetter zur Chalausscharte. Bei der Tourenplanung war ich etwas unaufmerksam (oder was auch immer) und habe einen falschen Track. Deshalb starten wir gleich mal auf der falschen Route. Etwas mühsam geht es nach der Klärung zurück auf den richtigen Weg und hinauf über das kupierte Gelände zum Chalausferne zur Forcla Chalaus. Auf der Südseite der Scharte ist der Schnee bereits um 10 Uhr aufgefirnt als wir überschreiten. Nach einigen Höhenmeter Abfahrt in die Schweiz steigen wir auf die Augstenspitze. Auf der mittleren Erhebung rasten wir und genießen zum Abschluss noch die Südliche Augstenspitze mit 3225 Meter. Dann geht es auf hartem Schnee Nordwestseitig zurück zur Chalausscharte und zur ersten Pulverabfahrt. Aus dem Chalausferner steigen wir nochmal ostseitig zu den Chalauskopfspitze aus. Oliver und Fabi bleiben diesmal in der Sonne sitzen und Gerald und ich klettern mit Steigeisen zuerst die kurze Rinne in die Scharte um dann über die Südwestflanke im Firn zum Mittleren Chalauskopf hochzusteigen. Auch hier sind die letzten Meter wieder zu klettern. Über einen kurzen Firngrat geht es zum letzten drei-Meter Aufschwung zum nicht sehr geräumigen Gipfel (3009). Die Abfahrt zur Jamtalhütte ist diesmal von oben bis unten perfekt. Das Skigelände in der Silvretta ist perfekt und die Gletscher sind so gut wie spaltenfrei, was eine entspannte und genussvolle Abfahrt ermöglicht. Diesmal sind wir etwas früher dran und so ist auch der Schnee auf 2150 Meter noch gut zu fahren.














































Für den Rückweg zur Wiesbadnerhütte nehmen wir den längeren Weg über die Jamtalscharte. Am Weg nehmen wir zu Übungszwecken noch einmal die Überschreitung über die Chalausköpfe mit und besteigen ein weiteres Mal den Mittleren Chalauskopf. Die Jamtalscharte ist dann etwas herausfordernder als gedacht. Das Schneeband in der Rinne ist nur noch teilweise vorhanden und ohne abseilen geht es kaum hinunter. Die ersten vier, wir haben auch noch Christian als Gast mit von der Partie, der uns schon seit ein paar Tagen „überholt“ und sich heute ganz offiziell angeschlossen hat, werden die die vollen 50 Meter abgeseilt und zum Schluß folge ich mit der halben Seillänge und steige wie die anderen den Rest stapfend ab. Gefahr besteht dabei keine, aber die feinen Steine aus dem Einstieg sind doch recht unangenehm. Dann geht es einfach zurück auf die Ochsenscharte die durch den Tagesverlauf recht weich ist. Oben entscheiden Gerald, Christian und ich uns für den Aufsteig zur Dreiländerspitze, während Oliver und Fabian bei besten Bedingungen zur Wiesbadnerhütte abfahren. Zu dritt geht es über sehr steiles Gelände (35 Grad) hinauf zum Skidepot. Am Weg fliegt noch der Inhalt eines Rucksacks an uns vorbei. Der Aufstieg zum Gipfel ist dann einfach, weil die Verhältnisse ideal sind. Der Stapfschnee ist perfekt und fast alle Felsen sind schneebedeckt. Den Sommergipfel lassen wir aus. Den Winter-Gipfel genießen wir nur kurz, weil hinter uns eine Gruppe mit über zehn Skitourengeher:innen heraufkommt und kein Platz ist. Der Abstieg ist dann ebenso unproblematisch und die Abfahrt auf die Wiesbadner sehr lässig.








































Die Abfahrt zur Bielerhöhe machen wir aus Sicherheitsgründen über das Bielertal, auch wenn das einiges an Weg und Höhenmeter mehr sind. Den Wunsch von Oliver den Piz Buin noch am letzte Drücker zu machen ist uns doch zu viel. Aber die Haagerspitze liegt am Weg und so kommt noch ein 3000er (für Fabian) unter unsere Füße. Auch diese nordseitige Anstieg ist wieder sehr steil und wir machen auf 2850 Meter Skidepot. Andere Tourengehende sind mit den Skiern bis auf den Gipfel, aber für uns ist es zu unangenehm durch das extrem steile Geländer mit Skiern zu gehen. Die Harscheisen geben zwar Sicherheit, aber das Gelände unter uns ist deutlich absturzgefährdet und da wollen wir auf „Nummer sicher“ gehen. So stapfen wir mit Steigeisen die 200 Höhenmeter hinauf und genießen ein letztes Mal die herrliche Aussicht über die Silvretta. Die steile und etwas harte Abfahrt geht nach einigen Metern in feines kupiertes Gelände über und an den südöstlichen Stellen ist es bereits leicht aufgefirnt. Am Weg hinunter rasten wir noch einmal in der Sonne, bevor wir zurück zu Bielerhöhe fahren und die letzten 70 Höhenmeter zum Silvrettahaus aufsteigen, wo wir duschen und uns für die Heimfahrt fertigmachen. Dann geht es mit dem Tunnelbus, der Seilbahn, dem Bus und dem Zug komplikationslos zurück nach Bludenz wo wir in der altbewährten Pizzeria den Abend bis zum Zug ausklingen lassen und schließlich von Feldkirch nach Graz gondeln und im Nightjet ganz gut schlafen.


























Danke für die sieben Tage im Herzen der Silvretta, die Wolfgang schon vor Jahren so perfekt organisiert und geplant hat. Die Sterntouren sind angenehm entspannend und vermindert den Druck. Wir sind trotzdem voll auf unsere Kosten gekommen, wenn man vom Piz Buin absieht, den wir nicht geschafft haben, weil das Wetter am Anfang dafür einfach nicht mitgespielt hat und vom Jamtal aus die Tour einfach zu weit gewesen wäre. Es sind über 7000 Höhenmeter und acht Dreitausender zusammengekommen. Die Überschreitungen waren lässig und wir haben wieder einiges an Erfahrungen gesammelt. Der Abenteuer Faktor war diesmal für mich insgesamt mit den vielen steilen Kletterstellen, dem Abseilen und den teilweise rassigen Abfahrten hoch. Das Skifahren haben wir auf den gut geneigten Gletscherhängen voll ausgekostet und der Schnee war durchwegs sehr gut.
Es gibt noch einiges zu entdecken in der Silvretta.
