Wie jedes Jahr sind wir auch heuer wieder in Donja Klada am Meer. Diesmal in sehr unterschiedlicher Besetzung. Die erste Woche wohnt Ben und Luka und die beiden Hunde bei uns im Apartment. Nebenan wohnen Katharina, Nino und Johanna und ums Eck sind die Heidi und Stefan mit Hund und Kindern einquartiert. Den Sonntag genießen wir am Wasser. Ben dreht eine Runde in der Abenddämmerung mit den Hunden und Katharina kocht ein gutes Abendessen für uns. Die Rote Zora bauen wir am Sonntag auf und am Montag geht es bei Bora das erste Mal ordentlich zur Sache. Ich bin schon um acht unterwegs und in den wilden Böen kentere ich mit dem Katamaran. Es dauert eine ganze Weile, bis das Boot wieder steht. Beim ersten Versuch ist das Groß nicht geöffnet und die Genua nicht weggerollt und so kippt das Boot gleich ein zweites Mal. Bei gut 40 Knoten Wind treibt es schneller als ich schwimmen kann, mit viel Glück bleibe ich am Boot und kann es nach einer kompletten Durchkenterung, die wieder Ruhe bringt, aufrichten und nur mit Groß und sehr vorsichtig segle ich zurück nach Klada. Zwei Stunden später ist der Wind etwas schwächer und Ladislaus und ich steigen erneut auf das Boot und segle mit 10 bis 12 Knoten die 5 Meilen nach Lukovo und wieder zurück. Mit Ladislaus, der ausgezeichneten Steuermann und der die Groß führt, ist es nie kritisch und macht sehr viel Spass. Ich spüre meine Hände nach der Fahrt, denn der Zug an der Genua ist groß. Nach weniger als einer Stunde sind wir wieder zurück in Klada. Der Wind dreht dann auf Mistral aus Nord(west) und Ben und ich segeln nach Goli. Die Umrundung der Insel brechen wir vor dem Hauptlager ab, weil der Wind in der Abschattung zu schwach wird und wir fürchten auf der Nordseite weiterhin zu wenig Wind zu haben. Also setzten wir für kurze Zeit in der Abschattung von Goli den Genacker und segeln zurück zum Tor von Klada. Schon vorher frischt der Wind auf und wir bergen das Flugsegel und dann geht es wieder auf Halbwindkurs zurück nach Klada. Wir machen noch einen Abstecher in die kleine Kalte Bucht nördlich. Das Anlegen dort lassen wir wegen des starken Leitplankeneffektes des Windes dann doch sein. Ladislaus, Luka, Luna und Aurelia übernehmen in Klada wieder die Rote Zora und fahren damit eine weite Runde in die Kalte Bucht. So kommen den ganzen Tag fast 30 Seemeilen zusammen. Es war ein guter Segeltag ;-)







Die Bora ist weiterhin der bestimmende Wind und beim Aufwachen am Donnerstag regnet es. Also machen wir (Katharina, Nino, Johanna, Ben, die beiden Hunde und ich) eine Wanderung zur Bucht vor Starigrad. Beim Hinweg ist es angenehm kühl. Die Bora pfeift. In der Bucht, die heuer ohne die schwarzen Algen ist, sondern ein schönes Türkis trägt, ist herrlich zum Baden. Ich mache noch einen Abstecher auf die Burg über Starigrad und Gino und Stella folgen mir. Am Rückweg wird es warm und dann geht es mit Ladislaus noch in die Borareste zum Segeln aufs Wasser.



















Das Segelwetter bleibt gut. Ein herrlicher Yugo kommt auf und Marie-Theres und ich machen den Kat segelfertig und segel gegen den Wind Richtung Starigrad. Am Weg überlegen wir ob wir in die Eierbucht segel, aber vor Rab kommen wir ins Lee und fahren nach Starigrad weiter. Fliegende Fische steigen aus dem Wasser und vorwindig geht es zurück nach Klada. Leona ist nach der ersten Woche nach Klada gekommen und mit ihr geht es dann von Klada nach Rab zur Eierbucht. Mit einem Schlag aufkreuzend fahren wir vorwindig in die Bucht und sind in knapp einer Stunde da. Der Wind macht diesmal auch vor Rab keine Pause. Wir legen den Kat neben zwei Paddler*innen auf den Strand. Das Ambiente mit den hoch aufragenden Felsen, den großen Blöcken im Wasser und der feine Schotter sind herrlich. Es ist gut nachzuvollziehen, warum die Bucht so gut besucht ist. Bei Yugo schlagen zwar immer wieder leichte Windböen in die Bucht, aber sie ist gut geschützt vor Schwell. Nach einer Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Zurück geht es im Halbwind schnell und Klada ist nach etwa vierzig Minuten erreicht. Der Ritt zurück war wie der ganze Trip herrlich. Am Abend gibt es dann eine gemüsige Grillerei von Sascha.












Mirko und Virag kommen nach Klada, aber aus der Umrundung von Rab wird wegen des unbeständigen Winds leider nichts. Aber wir sind einige Stunden um Klada unterwegs und auch Virag segelt mit uns eine lange Runde. Im nächsten Jahr werden sie dann eine Woche in Klada sein und da sollte die Segelrunde um Rab dann klappen.





Bei wenig Wind starte ich am Nachmittag mit Motor und Genacker Richtung Goli. Der Wind schläft immer wieder ein und ich greife mehrmals zur Eisernen Genua. In Golli gehe ich dann beim der Womens Administration an Land, aber die Steinwüste ist zu unwegsam, auch am Weg ist das gehen ohne Schuhe sehr unangenehm, weil heiß und spitz. Also motore ich noch an der Küste ein Stück entlang und setzt dann den Genaker. Nach weniger als 10 Minuten dreht der Wind und ich kreuze bis Klada auf, was im stärker werdenden Wind sehr gut klappt.








Nach einem weiteren Segeltag bei Yugo und anderen Winden, gehen Leona und ich zum Sonnenuntergang ein weiteres Mal auf die Burgreste von Starigrad. Vorher kocht Ladislaus mit Unterstützung ein Essen für alle zwölf. Wir kommen natürlich etwas spät weg und sind anders als geplant nicht mit den Lang´s unterwegs, dafür hatten Leona und Dalia die Wanderschuhe eingepackt. Nur Stefan, Heidi und Filou kommen hinterher, aber nachdem Leona einen schnellen Schritt vorlegt, sehen wir uns nicht, weil sie bis zur kleinen Bucht wandern. Wir erreichen den Hügel und die Burgruine noch rechtzeitig, aber der Himmel am Horizont ist bedeckt, also bleibt das beeindruckende Panorama und eine herrliche Abenddämmerung. Am Rückweg wird es dunkel und wir gehen mit sehenden Füßen nach Hause.















Nach dem ersten Wochenende mit Jana, Stefan und Anton, an dem wir noch einige Meilen segelnd in unterschiedlichen Besetzungen unterwegs sind, hängt ein Tiefdruckgebiet über der Gegend und wir spielen und schwimmen mehr als sonst und das Boot bleibt an der Boje, weil es zum Segeln zwar Wind gäbe, aber das unbeständige Wetter zu unsicher zum Segeln ist, schließlich wollen wir nicht in einem Gewitter draußen in den Wellen sein.



Die „Schlechtwettertagen“ mit viel Bora und heftigen Böen suchen Stefan und ich den Weg ins alte Klada hinauf. Der „Einstieg“ führt durch einen privaten Garten und mündet in einem alten gelegten Weg, der hinauf zur Hochebene führt. Oben empfängt uns die Bora, die alten Weiden zwischen meterhohen Steinwänden, der Karst und ein herrlicher Blick. Die Menge an Steinmauern, Feldern und eindeutigen Zivilisationsspuren sind beeindruckend. Nach eineinhalb Stunden sind wir wieder zurück im Dorf und genießen das mittlerweile 15 Grad kalte Wasser und die Wellen.











In den letzten Tagen sind wir wieder allein und das restliche Haus von Elmar und Dorothea ist leer. Bei guten Yugo geht es nochmal zwei Tage hinaus. Leona und ich, Ladislaus und Leona und Marie-Theres und ich segeln vor Klada im herrlichen Wind. Am letzten Abend freuen wir uns nochmal über den Anblick einer Delphinschule draussen am Meer und dann geht es nach drei Wochen wieder zurück nach Hause.







Insgesamt war es wieder eine feine Zeit am Meer. Die Rote Zora war insgesamt mit uns 180 Seemeilen mit unterwegs. Das Segeln war entspannt bis aufregend und mit dem E-Motor lassen sich bei Flaute mit etwas Geduld bis zu 10 Meilen überwinden, was die Reichweite und Entspanntheit beim Segeln bei wechselnden oder unbeständigen Verhältnissen deutlich erhöht und so waren wir doch einige Male einfach zum Schwimmen in einer der Buchten um Klada, wobei eine Richtung dann doch wieder mit Wind angetrieben wurde. Die Rote Zora hat diesmal eine vollständige Gummi-Pflege nach dem Salzwasser bekommen und glänzt wieder in voller Pracht ;-)
